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Erste Herren
Samstag, 15.08.2026 12:06 Uhr | Anne Kurzmann

Sechs-Tore-Partie endet mit Punkteteilung im KarLi

Foto: Ilya Berdashkov

Am Freitagabend empfingen wir vor 3.120 Zuschauer*innen den RSV Eintracht zum Nachbarschaftsduell unter Flutlicht im Karl-Liebknecht-Stadion. In einer ereignisreichen Partie mit mehreren Führungswechseln, einer längeren Spielunterbrechung und reichlich Spannung bis tief in die Nachspielzeit war einiges geboten. Am Ende trennten wir uns mit 3:3 von den Stahnsdorfern, wobei der letzte Treffer des Abends erst in der zwölften Minute der Nachspielzeit fiel.

Wie bereits an den vergangenen Spieltagen begann die Partie mit dem gemeinsamen Protest für eine Reform der Aufstiegsregelung. Nach dem Anpfiff ruhte der Ball zunächst für zwei Minuten. Bereits vor der Partie waren im Heimbereich zahlreiche Banner zu sehen, mit denen die Forderung nach einer Veränderung der aktuellen Aufstiegsregelung wieder einmal kreativ unterstrichen wurde.

Vom Rückstand zur eigenen Führung

Sportlich begann der Abend für uns alles andere als optimal. In der elften Minute geriet ein Rückpass durch Maximilian Kalckreuth in Richtung Maximus Babke zu kurz. Isma Baraze Adam ging dazwischen, umkurvte unseren Schlussmann und schob zur frühen 0:1-Führung für die Stahnsdorfer ein.

Nur wenige Minuten später mussten wir bereits das erste Mal wechseln. Marko Perović verletzte sich an der Schulter und konnte nicht weitermachen. Für ihn kam in der 17. Minute Lukas Lämmel in die Partie. Wir wünschen Marko an dieser Stelle gute Besserung und hoffen, ihn schnell wieder auf dem Platz zu sehen!

Der RSV stand nach seiner Führung kompakt und lauerte auf schnelle Umschaltmomente, während wir zunächst Schwierigkeiten hatten, gefährlich vor das Stahnsdorfer Tor zu kommen. Mit zunehmender Spielzeit fanden wir immer besser in die Partie und ausgerechnet der früh eingewechselte Lukas Lämmel sorgte für die Antwort. Nach einer Ecke konnten die Gäste den Ball nicht entscheidend klären. Lämmel nutzte die Situation und traf in der 37. Minute zum 1:1-Ausgleich.

Bis zur Pause erhöhten wir den Druck, spielten unsere Angriffe im letzten Drittel allerdings nicht konsequent genug zu Ende. So ging es mit dem 1:1 in die Kabinen.

Okpalaike sorgt für den späten Ausgleich

Nach Wiederanpfiff brauchten wir keine Minute, um das Spiel zu drehen. Erneut entstand die Situation nach einem Eckball. Der zunächst abgewehrte Ball kam zu Matthew Meier, der ihn noch einmal gefährlich vor das Tor brachte. Dort war Theo Ogbidi zur Stelle und drückte die Kugel in der 46. Minute zum 2:1 über die Linie.

Kurz darauf rückte das Spiel für mehrere Minuten in den Hintergrund. Aus der Babelsberger Fankurve flogen zahlreiche kleine blaue Bälle auf den Rasen. Vor dem Block war unter anderem das Banner „Wären Meister aufgestiegen, würden keine Bälle fliegen“ zu lesen. Die Aktion war Teil des anhaltenden Protests für das Kompassmodell und eine Reform der Aufstiegsregelung. Die Partie wurde unterbrochen, beide Mannschaften gingen zwischenzeitlich in die Kabinen.

Nach Wiederanpfiff fanden zunächst die Gäste besser zurück in die Partie. Ein Ballverlust im Mittelfeld eröffnete Isma Baraze Adam den Weg in Richtung unseres Tores. Im Eins-gegen-eins ließ er Babke keine Chance und stellte in der 59. Minute auf 2:2.

Der RSV blieb anschließend vor allem über schnelle Umschaltmomente und Standards gefährlich. In der 73. Minute verhinderte Lämmel zunächst auf der Linie einen weiteren Gegentreffer. Vier Minuten später war Baraze Adam allerdings erneut zur Stelle und köpfte am zweiten Pfosten zum 2:3 ein. Mit seinem dritten Treffer des Abends brachte er die Stahnsdorfer damit erneut in Führung.

In der Schlussphase blieb der RSV zunächst gefährlich und hatte weitere Möglichkeiten, seine Führung auszubauen. Da die Gäste diese Chancen nicht nutzten, blieb die Partie bis zum Ende offen. In der langen Nachspielzeit erhöhten wir noch einmal den Druck und suchten mit aller Kraft den Weg zum Ausgleich.

Die Partie war längst über die regulären 90 Minuten hinaus, als wir doch noch unsere Gelegenheit bekamen: In der zwölften Minute der Nachspielzeit segelte eine Flanke durch Tom Berger in den Strafraum. Dort setzte sich der eingewechselte Joshua Okpalaike durch, köpfte den Ball zum 3:3 ins Netz und erzielte damit seinen ersten Treffer für Nulldrei.

Nach einer Partie, die bis tief in die Nachspielzeit spannend blieb, endet das erste Regionalliga-Duell mit dem RSV Eintracht ohne Sieger. Der späte Ausgleich durch Joshua Okpalaike sorgte zwar noch einmal für großen Jubel im KarLi, dennoch hatten wir uns für diesen Freitagabend deutlich mehr vorgenommen. Gerade nach der Niederlage in Magdeburg wollten wir eine Reaktion zeigen und wieder ein Erfolgserlebnis feiern. Stattdessen machten wir uns das Leben durch einfache Fehler immer wieder selbst schwer. So bleibt am Ende ein Punkt und die Erkenntnis, dass wir in den kommenden Spielen wieder konsequenter auftreten müssen.

Bevor es in der Regionalliga weitergeht, wartet nun der Landespokal auf uns. Am kommenden Samstag, den 22. August, steht die erste Runde auf dem Programm. Bis dahin bleibt etwas Zeit, um neue Kräfte zu sammeln und den Fokus auf die nächste Aufgabe zu richten.

Wir wollten heute unbedingt eine gute Leistung mit einem guten Ergebnis verknüpfen. In den vergangenen Wochen waren unsere Leistungen besser als die Endergebnisse, das wollten wir ändern. Aber am Anfang steht immer die Leistung und die war heute nicht ausreichend, um ein Spiel zu gewinnen. Wir haben bei allen drei Gegentoren sehr mitgeholfen. Was wir aus so einem Spiel mitnehmen können, ist die Energie und die athletischen Voraussetzungen, um innerhalb von vier Tagen zwei intensive Spiele zu haben und dieses 3:3 irgendwo noch zu erzwingen. Wir haben nach so einem Abend viele Themen, an denen wir arbeiten müssen. Dafür werden wir die nächsten Tage nutzen.

- Cheftrainer Michael Braune

Zuschauer*innen: 3.120

SV Babelsberg 03: Babke – Kalckreuth, Wegener, Meier (78. Berger), Perovic (15. Lämmel), Ebel, Kang (46. Hasse), Herrmann (78. Okpalaike), Ogbidi (66. Gollnack), Büch, von Piechowski

RSV Eintracht 1949: Güldner, Herrmann (73. Williams), Pohlenz, Smailovic, Baraze Adam, Hasenberg, Capoano (78. Jupolli), Woo Kim, Chornenkyi (85. Boulehris), Kasola (85. Göth), Kukanda

Tore: 0:1 Baraze Adam, 1:1 Lämmel, 2:1 Ogbidi, 2:2 Baraze Adam, 2:3 Baraze Adam, 3:3 Okpalaike

Schiedsrichter: Jens Klemm

  1. Assistent: John Bartsch
  2. Assistent: Oliver Leib