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Donnerstag, 20.11.2025 16:00 Uhr

Wechsel im Aufsichtsrat: Kay Pallasch tritt zurück

Foto: Kay Pallasch

Wechsel im Aufsichtsrat: Kay Pallasch tritt zurück, Kay Petermann rückt auf

Seit 2012 arbeitet Kay Pallasch in den Gremien des SV Babelsberg 03 mit, nun scheidet er auf eigenen Wunsch aus dem Aufsichtsrat aus. Frank Christian Hinrichs, Vorsitzender des Aufsichtsrates des SVB, sagt: 

 "Wir danken Kay Pallasch außerordentlich für seine langjährige engagierte Mitarbeit in den verschiedensten offiziellen und inoffiziellen Gremien des SVB 03. Wo immer im Verein ‚Not am Mann‘ ist, ist Kay präsent und hilft mit seiner konstruktiven Art, pragmatische Lösungen zu finden. Dabei ist er – immer das Wohl des Vereins im Fokus –­ gefühlt an allen Fronten gleichzeitig mit Herzblut, Humor und Hartnäckigkeit unterwegs. Sei es bei Unterstützung der Geschäftsstelle, bei der Schlichtung einer internen Streitfrage oder im Außenverhältnis bei der Verhandlung einer Finanzierungsfrage mit der Landeshauptstadt. Er ist sich aber auch nie zu schade, sein Handeln für den Verein allen, die es möchten, im persönlichen Austausch zu erläutern. Er trägt damit entscheidend zu einer positiven Kommunikationskultur in unserem Verein bei. Wir sind daher froh, Kay weiterhin an unserer Seite zu wissen, auch wenn er ab jetzt kein offizielles Amt mehr inne hat."

Kay Pallasch sagt: "Nach gut zwölf Jahren verabschiede ich mich aus den Gremien unseres SV Babelsberg 03. Diese Entscheidung habe ich wohlüberlegt und mit einem guten Gefühl getroffen – voller Dankbarkeit und mit der festen Überzeugung, dass jetzt die nächste Generation die Zukunft unseres Vereins professionell, motiviert und – in den richtigen Momenten – emotional gestalten wird. Ich werde auch weiterhin mitfiebern, schimpfen, Bier trinken – ins „Karli“ gehen. Unser Verein steht über allem. Unser Erfolg sind nicht Ligazugehörigkeit oder Gewinnmaximierung: Es ist der SV Babelsberg 03 selbst."

Als von der Mitgliederversammlung gewählter Nachrücker wird Kay Petermann in den Aufsichtsrat einziehen, sodass dieser auch weiterhin komplett besetzt ist. Willkommen Kay – wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!




An dieser Stelle möchten wir Kay auch selbst die Gelegenheit geben, euch seine Beweggründe für den jetzigen Schritt zu erläutern. Bitte lest sein Statement:

 

Nach gut zwölf Jahren verabschiede ich mich aus den Gremien unseres SV Babelsberg 03. Diese Entscheidung habe ich wohl überlegt und mit einem guten Gefühl getroffen – voller Dankbarkeit und mit der festen Überzeugung, dass jetzt die nächste Generation die Zukunft unseres Vereins professionell, motiviert und – in den richtigen Momenten – emotional gestalten wird.

Als ich 2012 die Verantwortung für die Finanzen des Vereins übernahm, war die nüchterne, aber ehrliche Diagnose unseres Schatzmeisters Harald Leek: „In drei Monaten sind wir endgültig pleite." Und so begann hier meine Zeit, die nicht selten einem buchhalterisch-emotionalen Drahtseilakt glich. Wer in die Familie von Babelsberg 03 aufgenommen wird, weiß, dass man hier nicht nur Zahlen verwaltet, sondern Geschichten schreibt. Und so lautet mein persönliches Resümee: „Man muss dem Glück und den Wundern die Türen öffnen."

Knappe Kassen sind für Fußballvereine Normaldauerzustand – zumindest für die ohne Mäzen oder Großinvestor. Doch wir haben immer an das Unvorhersehbare geglaubt wie zum Beispiel an den DFB-Pokal-Sieg gegen Greuther Fürth. Es war mehr als ein Glücksfall, dieser Triumph war Lohn unzähliger Stunden Arbeit, die uns erst in diese Lage brachten. Ohne dieses kleine Wunder wäre es bestimmt noch enger geworden. Aber so ist das Leben, nicht nur im Vereinsfußball: Zukunft lässt sich bedingt planen, und wir können nur unser Bestes geben, um vorbereitet zu sein.

Der größte Erfolg für mich war jedoch nicht dieser Sieg im Pokal. Es war vielmehr die praktische Entschuldung des Vereins im Jahr 2017. Danke Archi, danke Steve, danke Chrischan, danke Björn und danke an alle anderen: Es war ein Meilenstein, der die Basis für das schuf, was kommen sollte. Aber wahre Erfolge messen sich nicht nur in Pokalen oder finanziellen Bilanzen. Sie zeigen sich in den Geschichten rund ums „Karli“, im Engagement unserer Fans, der Unterstützung unserer Sponsoren und dem Herz unserer Gönner.

Ich möchte allen danken, die mich auf diesem Weg begleitet haben. Ich werde auch weiterhin mitfiebern, schimpfen, Bier trinken – ins „Karli“ gehen. Unser Verein steht über allem. Unser Erfolg sind nicht Ligazugehörigkeit oder Gewinnmaximierung: Es ist der SV Babelsberg 03 selbst.

Nun ist die Zeit für einen Generationswechsel gekommen. Ich bitte Euch alle: Vertraut denen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Oder stellt Euch selbst der Pflicht, sich für den Verein zu engagieren – und ich meine damit keine Kommentare auf Facebook. Gebt den „Neuen“ eine Chance, steht ihnen zur Seite, seid nachsichtig und fordernd zugleich. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass die meisten nicht wegen des möglichen Einflusses einen dieser Posten anstreben. Dem „Geschäft Fußball“ unbedingt trotzen: Dass das Wort manchmal nicht mehr zählt, daran hat man sich zu gewöhnen. Wenn selbst eine Unterschrift nicht mehr viel wert ist, wird das zur überraschend ernüchternden Erkenntnis.

Ich sehe es mit großer Freude, dass die nächste Generation nun übernimmt. Und ich werde immer mein Veto als Mitglied einlegen, wenn mehr Geld ausgeben werden soll, als zur Verfügung steht; nur, um im Fußballgeschäft „mitmischen“ zu wollen – das verspreche ich.

Abschließend möchte ich mich mit den Worten von Homer Simpson zurückmelden: „Versuchen ist der erste Schritt zum Scheitern." Aber wir wissen, dass die Arbeit und die Leidenschaft für den SV Babelsberg 03 uns immer wieder beweisen werden: Ja, es lohnt sich, es zumindest zu versuchen. Und wenn es mal nicht klappt: Na ja, dann haben wir immer noch unser „Karli“ – und eine kalte Limo.

Mit großer Dankbarkeit, Kay