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 verein :: insolvenz 2003


Kurzgeschichte | Chronik | Peter Rosenzweig | 100 Jahre Jubiläum | Insolvenz 2003

 

10.04.2003
Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens

10.04.2003
Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden Marc Schulten

10.04.2003
Notvorstand: Wolfgang Levin und Klaus Gallinat

14.04.2003
Rücktritt des Managers Oskar Kosche

16.04.2003
Amtsgericht bestellt Insolvenzverwalters Dr. Ulrich Wenzel

16.04.2003
Informationsveranstaltung im Alten Rathaus Babelsberg

16.04.2003
Wolfgang Levin: mindestens 1,5 Millionen Euro Schulden

22.04.2003
Antrag zur außerordentlichen Mitgliederversammlung

28.04.2003
Spendenaufruf

22.05.2003
Ladung zur Mitgliederversammlung

28.05.2003
Anträge zur Änderung der Tagesordnung

04.06.2003
Presse: Rainer Speer und Peter Paffhausen kandidieren

06.06.2003
Neuer Vorstandsvorsitzender: Rainer Speer

06.06.2003
Mitgliederversammlung; Wahl Aufsichtsrat

11.06.2003
Insolvenzverfahren eröffnet

12.06.2003
Neuer Trainer: Peter Ränke

21.06.2003
Aktion Spenden-Shirt

27.06.2003
Sponsorenabend

01.07.2003
Erweiterung des Vorstandes

20.08.2003
Gläubigerversammlung

20.08.2003: Hurra, wir leben noch!

05.09.2003
Außerordentlichen Mitgliederversammlung

15.10.2003
Abschluss des Insolvenzverfahrens

Das Insolvenzverfahren

Die schon seit Jahren schlechte wirtschaftliche Lage des Vereins konnte auch durch die Zugehörigkeit zur 2. Bundesliga nicht verbessert werden. Spätestens nach dem erfolglosen Abschneiden in der Regionalligasaison 2002/2003 war es wohl nur eine Frage der Zeit: am 10. April 2003 stellte der Vorstand des SV Babelsberg 03 einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht. Grund war die zu erwartende Zahlungsunfähigkeit für den laufenden Monat. Gleichzeitig trat Dr. Marc Schulten vom Amt des Vorstandsvorsitzenden zurück. Ein Notvorstand mit Wolfgang Levin an der Spitze sowie Dr. Klaus Gallinat wurde gewählt. Vier Tage später trat Manager Oskar Kosche mit sofortiger Wirkung zurück. Der Verein wurde damit nur noch von zwei Personen geführt. Dies änderte sich mit der Bestellung des vorläufigen Insolvenzverwalters Dr. Ulrich Wenzel durch das Amtsgericht am 16.04.2003. Damit wurde die Kontrolle über alle finanziellen Aktivitäten des Vereins in dessen Hände gelegt, wo sie sich auch heute noch befindet. Ebenfalls am 16.04.2003 fand im „Alten Rathaus Babelsberg“ eine Informationsveranstaltung mit dem Thema „Insolvenz: wie geht’s weiter?“ statt. Erstmals wurde öffentlich eingestanden, dass der Verein Schulden von mindestens 1,5 Millionen Euro hätte. Mittlerweile ist bekannt, dass die tatsächliche Zahl um einiges größer ist. Man konnte sich an diesem Abend des Eindrucks nicht erwehren, dass gerade in den vorhergehenden Monaten seitens der Vereinsführung planlos agiert wurde. Zusätzlich deprimierend wirkte die Aussage des Insolvenzverwalter Dr. Wenzel, dass "die Mehrzahl der Insolvenzverfahren in der Liquidation endet“.


Erste Rettungsversuche

Einige Mitglieder wollten sich mit der Situation nicht abfinden und beantragten am 22.04.2003 eine außerordentliche Mitgliederversammlung. Ziel dieser Versammlung sollte sein, „...die Verantwortlichkeiten für den wirtschaftlichen und sportlichen Niedergang des Vereins festzustellen und die Voraussetzungen für einen personellen und strukturellen Neuanfang zu schaffen.“
Am 28.04.2003 erfolgte ein Spendenaufruf zur Rettung des Vereins unterschrieben von Insolvenzverwalter Dr. Ulrich Wenzel, Interimsvorstand Wolfgang Levin und dem Sprecher des Fanbeirates Christian Lippold. Auf dem eingerichteten Spendenkonto sind bisher knapp 13.000 Euro eingegangen.
Nachdem der Insolvenzverwalter erklärte, dass noch im Mai eine ordentliche Mitgliederversammlung stattfinden würde, wurde am 03.05.2003 der Antrag auf eine außerordentliche Mitgliederversammlung zurückgezogen.


Mitgliederversammlung

Zu der dann letztlich am 06.06.2003 stattfindenden ordentlichen Mitgliederversammlung wurde am 22.05.2003 geladen. In diesem Zusammenhang wurde die Kandidatur von Mark Steinkat und Andreas Ehrl für den Aufsichtsrat bekannt gegeben. Am 28.05.2003 wurden mehrere Anträge zur Tagesordnung eingereicht. Darin wurden unter anderem mit Thomas Bastian, Roland Schröder und Christian Lippold drei weitere Kandidaten für den Aufsichtsrat vorgeschlagen und eine umfassende Aufklärung der tatsächlichen Vorgänge und Verantwortlichkeiten gefordert.
Nur 48 Stunden vor der Mitgliederversammlung war der Presse zu entnehmen, dass Rainer Speer als Vorstandsvorsitzender und Peter Paffhausen für den Aufsichtsrat kandidieren. Als die Versammlung am 06.06.2003 um 19.00 Uhr begann, wurde den anwesenden Mitgliedern Rainer Speer als neuer Vorstandsvorsitzender präsentiert. Im weiteren Verlauf wurden Mark Steinkat, Andreas Ehrl, Peter Paffhausen und Christian Lippold in den Aufsichtsrat und Roland Schröder als Nachrückkandidat für den Aufsichtsrat gewählt. Nach einer kontroversen Diskussion über die Aufnahme des zusätzlichen Tagesordnungspunktes 6a, der die Verantwortlichkeiten für die wirtschaftliche Situation des Vereins klären sollte, wurde dieser Antrag mit knapper Mehrheit abgelehnt. Dadurch wurde die Chance auf eine Aufklärung der Vergangenheit vergeben. Dem von Insolvenzverwalter Wenzel vorgestellten Finanzplan mit einem Etat von 727.000 wurde mit deutlicher Mehrheit zugestimmt. Daraufhin konnte am 11.06.2003 das Insolvenzverfahren eröffnet werden.


NULLDREI kommt wieder

Am 12.06.2003 wurde Peter Ränke als neuer Trainer der Oberligamannschaft vorgestellt. Mit ihm konnte die sportliche Planung gerade im Hinblick auf die Zusammensetzung der Mannschaft beginnen. Im Rahmen des von Babelsberger Fans organisierten antirassistischen Stadionfestes „Der Ball ist Bunt“ wurde am 21.06.2003 das offizielle Spenden-Shirt des Vereins präsentiert. Pro verkauftem T-Shirt gehen 10,00 € auf das Spendenkonto des Vereins. Um viele Kleinsponsoren wieder für den Verein zu gewinnen, fand am 27.06.2003 ein Sponsorenabend statt. Dabei wurde vielfaches Interesse bekundet, den Verein in der Zukunft finanziell zu unterstützen. Der Vorstand bestand zu diesem Zeitpunkt offiziell genau aus einer Person – dem Vorsitzenden Rainer Speer. Mit der Wahl von Ralf Hechel, Dr. Klaus Gallinat sowie Günther Wolff in den Vorstand wurde am 01.07.2003 die Vereinsarbeit auf mehrere Schultern verteilt.

Nun heißt es gespannt auf die Ergebnisse der am 20.08.2003 stattfindenden Gläubigerversammlung warten, auf der entschieden wird, ob und wie Babelsberg 03 weiterspielt.


Gläubigerversammlung

Pünktlich um 15:07 Uhr trat im Amtsgericht in der Lindenstraße unter Vorsitz eines Rechtspflegers die Gläubigerversammlung zum Insolvenzverfahren gegen den SVB 03 zusammen. Anwesend waren Vertreter von Gläubigern, des Vorstandes des SVB und des Rechtsanwaltsbüros Wutzke & Förster (Insolvenzverwalter).
Im Rahmen des Termins wurde der Insolvenzplan vorgestellt und den Gläubigern zur Abstimmung vorgelegt.

Die Gläubiger haben den Insolvenzplan mit großer Mehrheit angenommen. Dafür gilt Ihnen der Dank der Mitglieder, Freunde und Fans des SV Babelsberg 03.

Mit der Bestätigung des Insolvenzplanes durch das Amtsgericht ist es nun entschieden: Babelsberg 03 kann weiter auf Punktejagd in der Oberliga gehen. Eine wesentliche Etappe ist damit zurückgelegt.

Der Neubeginn ist mit der Entscheidung der Gläubiger noch nicht abgeschlossen, denn es gilt, die wirtschaftlichen Vorraussetzungen für den sportlichen Erfolg der ersten Mannschaft sowie den anderen Teams und des Nachwuchs' zu schaffen. Dazu ist es notwendig, weitere Mitglieder, Spender und Sponsoren für den Verein zu gewinnen.

Spätestens jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, einhundert Prozent für den Verein zu geben.

Die Mannschaft und die Fans haben ihren Anteil zum Neuanfang bereits beigetragen. Ein ganz besonderes Dankeschön gilt Insolvenzverwalter Dr. Wenzel und seinem Team.


Außerordentlichen Mitgliederversammlung

Zwei Wochen nach dem erfolgreichen Gläubigertermin stimmten alle Anwesenden der Außerordentlichen Mitgliederversammlung des SVB 03 für das Fortbestehen des Vereins. Mit der Aufhebung des Insolvenzverfahrens wird im Oktober gerechnet.
Kontroverser verlief die Diskussion um die Änderung der Satzung, bei der die Festsetzung, dass der Potsdamer Adler Bestandteil des Vereinswappen sein muss, gestrichen werden sollte. Letztendlich wurde die Änderung mit großer Mehrheit beschlossen, so dass nun die formellen Voraussetzungen für das neue Logo gegeben sind.


Abschluss des Insolvenzverfahrens

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