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02.02.2012 19:00 Uhr: Karl-Liebknecht-Stadion
Die Lage: Nun hat der Winter doch noch Einzug gehalten und wirbelt leider den Spielplan der 3.Liga gehörig durcheinander. So müssen wir voraussichtlich auf Wochen hinaus wieder die Tabelle unter Vorbehalt betrachten. Beispielsweise hat auch der kommende Gegner aus Münster noch ein Spiel mehr auszutragen, da das Heimspiel am letzten Wochenende gegen Jena ausfallen musste. Am Spieltag gab es ansonsten wenig überraschendes, außer vielleicht dem Auswärtserfolg der Aalener in Wiesbaden, der nach der Hinrunde aber sooo überraschend dann auch nicht mehr ist. Aalen hat sich damit auch in der Spitzengruppe etabliert, zumal Jahn Regensburg im Nachholspiel am Dienstag bei der zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart unterlag und somit den Vorsprung auf Platz 3 weitestgehend einbüßte. In der unteren Tabellenregion verloren Oberhausen und Bremen ihre Partien und bleiben somit zusammen mit Jena das schon etwas abgeschlagene Kellertrio. Die Nulldreier dürften sich zumindest darüber gefreut haben. Ansonsten wissen unsere Kicker wohl immer noch nicht so recht, ob sie sich über den Punktgewinn in Saarbrücken ärgern oder freuen sollen. Auch nach fünf Tagen sind die beiden Elfmeter noch Gesprächsthema bei den Fans. Hoffen wir die Spieler konzentrieren sich aufs Wesentliche und schaffen es am Freitag bereits die vermeintlich verlorenen Punkte durch einen Heimsieg gegen Münster einzufahren. Unser Trainer muss für diese Mission auf wichtige Akteure verzichten, allen voran dem gelb gesperrten Dominik Stroh-Engel, der so allerdings bei NulldreiFM „auflaufen“ könnte. Desweiteren ist neben den Langzeitverletzten auch der rot gesperrte Matthias Kühne nicht dabei. Hebisch, Hebib, Szczur und Surma sind wegen verschiedener Wehwehchen fraglich. Dennoch ist der Kader breit genug, um den Preußen in Potsdam Paroli zu bieten. Zur möglichen taktischen Aufstellung wird an dieser Stelle nichts verraten, aber nur so viel … sie wird den Heimsieg bringen. Wie hieß es so schön auf einem Plakat in Saarbrücken? - Unser Konzept heißt Demuth -. Na dann kann ja nichts mehr schief gehen.
Das Spiel:
Am Freitagabend um 19 Uhr empfängt der SV Babelsberg 03 die Mannschaft des SC Preußen Münster zum 24.Spieltag der 3.Liga-Saison. Das sehr umkämpfte Hinrundenspiel in Münster endete 1:1 Unentschieden, in dem die Nulldreier bis vier Minuten vor Ende noch führten, sich aber über das Unentschieden nicht beschweren konnten, da die Münsteraner eine Vielzahl an Chancen nicht nutzten und mit der Kampf betonten Spielweise der Nulldreier haderten.
So viel Sonnenschein wie in den letzten Tagen gab es ja lange nicht. Der heilige Rasen dürfte am Freitagabend also durch ein sattes Grün bestechen und hervorragend bespielbar sein. Spaß muss sein! Hoffen wir, es gibt reguläre Bedingungen und alle Spieler bleiben verletzungsfrei.
Der Gegner:
Die Vereinsgeschichte: m 30. April 1906 wurde der Münsteraner Traditionsverein als FC Preußen Münster durch Schüler des heutigen Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasiums gegründet. 1921 erfolgte dann die Umbenennung in SC Preußen Münster. In der Saison 1913/14 wurden die Preußen erstmals Westfalenmeister vor dem 1. FC Arminia Bielefeld (heute DSC). Die Rivalität zum Club aus Ostwestfalen ist somit fast so alt wie der SC Preußen 06 e.V. Münster selbst. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte sich der Verein nach mehreren Abstiegen und Wiederaufstiegen ab Ende der 1940er Jahre endgültig in der damals erstklassigen Oberliga West etablieren und schließlich im Jahr 1951 den größten Triumph der Vereingeschichte feiern. Nach einer großartigen Saison in der alten Oberliga West schafften die Preußen erstmals den Einzug in die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. In dieser Endrunde setzte man sich gegen TeBe, Nürnberg und den HSV durch und traf im Endspiel auf den 1.FC Kaiserslautern. Otmar Walther verhinderte mit seinen beiden Treffern den ganz großen Triumph der Preußen, und so datiert mit dem 1:2 trotzdem der größte Erfolg der Vereinsgeschichte auf das Jahr 1951. Zwölf Jahre später gehörte man dann zu den Gründungsmitgliedern der Bundesliga, aus der man jedoch sogleich wieder abstieg. Als einziges Gründungsmitglied spielten die Preußen anschließend nie wieder erstklassig. Danach versuchte man etliche Male den Aufstieg, aber scheiterte oftmals denkbar knapp. In den 70er Jahren war man sozusagen der FSV Mainz dieser Zeit, als man drei mal als Dritter der 2.Bundesliga den Aufstieg verpasste. Mit der Einführung der eingleisigen 2.Bundesliga wurde der SC Preußen automatisch drittklassig, da man sich als 13. der Vorsaison nicht qualifizieren konnte. 1989 gelang zwar noch einmal der Aufstieg, aber schon zwei Jahre später ging es wieder runter in die Oberliga Westfalen. Die Regionalligareformen der 90er Jahre erlebte Münster immer als Drittligist, schnupperte nur in den ersten zwei Jahren noch mal am Aufstieg, den man jedoch jeweils in den Aufstiegsspielen vergab. Seit der Saison 2000/01 spielte man in der zweigleisigen Regionalliga Nord und traf dort auch mehrmals auf den SV Babelsberg 03, welcher 2002 das fertig brachte, was den Münsteranern ein Jahr zuvor äußerst knapp verwehrt geblieben war, nämlich den Aufstieg in de 2.Bundesliga. Im Jahr 2006 stieg man erstmalig in der Nachkriegsgeschichte in die Viertklassigkeit der Oberliga ab, in der man bis ins Jahr 2011 bleiben sollte. Unter Trainer Fascher gelang der souveräne und umjubelte Aufstieg in die 3.Liga.
Die Mannschaft: Nachdem der SC Preußen Münster die letzte Saison als souveräner Meister der Regionalliga West beendet hatte, peilte man offiziell zunächst einen Platz im vorderen Mittelfeld der 3.Liga an. Um dieses Ziel zu erreichen wurde das eingespielte Team gezielt ergänzt und verstärkt. Den wichtigsten Abgängen von Mehmet Kara und Hüzeyfe Dogan standen zu Saisonbeginn Neuzugänge wie José Pierre Vunguidica, Björn Kluft, Radovan Vujanovic oder Benjamin Siegert gegenüber. Für die Defensive verpflichtete man Torhüter Daniel Masuch, Abwehrmann Marco Riemer und Jens Truckenbrod für das defensive Mittelfeld. Einige der Neuzugänge schlugen auch gut ein. Truckenbrod, Masuch, Kluft und Vunguidica sind Stammkräfte der Münsteraner. Letztgenannter war übrigens die letzten Wochen beim AfrikaCup, wird jedoch am Freitag noch fehlen. Zudem spielt mit Babacar N’Diaye ein altbekannter Nulldreier, der es immerhin nun auch schon auf 12 Spiele und 3 Tore für die Preußen in dieser Saison bringt.
Nach dem sehr passablen Saisonstart mit 7 Spielen ohne Niederlage, der einige Fans wohl schon von höherem träumen und die Zuschauerzahlen ansteigen ließ, kam danach ein Bruch hinein, so dass man seit dem 9.Spieltag nur noch zwei Spiele gewinnen konnte (zuhause gegen Regensburg und Heidenheim) und sich gerade gegen schwächer eingeschätzte Mannschaften sehr schwer tat, zum Torerfolg zu kommen. So hat man im Spätherbst und Winter auch noch mal auf dem Transfermarkt zugeschlagen und mit Nejmeddin Daghfous und Marco Königs zwei Angreifer verpflichtet, die die Sturmmisere abstellen sollen. Bislang hat kein Spieler mehr als drei Mal getroffen. Wenn man es positiv sehen will, ist Münster in der Offensive schwer auszurechnen, aber dem neuen Trainer wäre vermutlich mindestens ein treffsicherer Stürmer lieber als die Rückrunde zum Experimentierfeld zu machen. Das Saisonziel hat Dotchev schon etwas vorsichtiger formuliert, denn in dieser Liga kann man auch ganz schnell wieder in den Abstiegskampf geraten. Daher dürften gerade die ersten Spieltage der Rückrunde gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel sehr wichtig werden, um diese Gegner auf Distanz zu halten. Pavel Dotchev würde dafür gerne die taktische Ausrichtung etwas offensiver im 4:4:2 wählen und könnte Vujanovic und Königs gegen Nulldrei stürmen lassen. Die Frage ist, wer dafür im Mittelfeld Platz machen muss, denn sowohl Truckenbrod als auch Kühne schienen im defensiven Mittelfeld bislang kaum ersetzbar. Stellt Dotchev auf eine Raute um, müsste einer der beiden zukünftig auf der Bank Platz nehmen. Laufen die Preußen mit einem etatmäßigen Stürmer auf, würde Björn Kluft als bisherigen 10er die Rolle unter Dotchev wohl als hängender Stürmer offensiver als bisher interpretieren oder auf die rechte Seite wechseln. Wird interessant sein wie Dotchev die neue Aufgabe angeht, zumal die kompakte Defensive bislang das Prunkstück der Mannschaft war. Mehr Offensive kann natürlich auch zum Boomerang werden, solange man nicht eingespielt ist. Die Nulldreier würde es sicher freuen, wenn die Preußen noch eine Woche einige Abstimmungsschwierigkeiten offenbarten.
Die letzte Aufstellung: Daniel Masuch - Fabian Hergesell - Clement Halet - Dennis Grote - Stefan Kühne - Jonathan Bourgault - Rico Schmider - Jens Truckenbrod - Björn Kluft - Julian Büscher - Radovan Vujanović
Der Trainer: Pavel Dotchev
Die taktische Ausrichtung: bisher 4:2:3:1 aber Neu-Trainer Dotchev favorisiert 4:4:2
Das Saisonziel: Vorderes Mittelfeld, jedoch erstmal Klassenerhalt sichern
Die letzten Spiele:
21. Spieltag SpVgg Unterhaching – SC Preussen Münster 2:1 (0:0);
Tore: 1:0 Niederlechner (66.), 2:0 Krontiris (77.), 2:1 Kluft (90.); Zuschauer: 1750
22.Spieltag RW Oberhausen – SC Preussen Münster 2:2 (1:0);
Tore: 1:0 Jansen (30.), 1:1 N’Diaye (56.), 1:2 Kühne (83.), 2:2Göcer (90.); Zuschauer: 4306
Die Tabellenposition: Platz 15 mit 28 Punkten aus 22 Spielen
Die Vereinsanschrift: SC Preußen 06 e.V. Münster, Fiffi-Gerritzen-Weg 1, 48153 Münster
Telefon: 0251/98727-0, Fax 0251/98727-40
E-Mail: info@scpreussen-muenster.de
Die Internet-Seite: http://www.scpreussen-muenster.de/
Die Vereinsfarben: Schwarz-Weiß-Grün
Die letzten direkten Punktspielvergleiche:
08.11.2002 SV Babelsberg 03 - SC Preußen Münster 2:0 (0:0);
Tore: 1:0 Chalaskiewicz (56., FE), 2:0 Röver (83.); Zuschauer: 2.361
01.06.2003 SC Preußen Münster - SV Babelsberg 03 3:2 (2:0);
Tore: 1:0 Castilla (20.), 2:0 Antwerpen (43.), 2:1 Moritz (53., HE), 3:1 Antwerpen (56.), 3:2 G. Müller (78.); Zuschauer: 3.100
17.08.2011 SC Preußen Münster - SV Babelsberg 03 1:1 (0:1);Tore: 0:1 Stroh-Engel (37. Minute), 1:1 Kirsch (88.); Zuschauer: 10114
Fazit: Bei voraussichtlich sehr kühlen Temperaturen gegen einen Tabellennachbarn den Ausgang des Spiels zu prognostizieren, dürfte einer Lotterie gleichkommen. Beide Mannschaften haben ohnehin einige Handicaps, sei es durch Verletzungen, Sperren oder neu zu integrierender Spieler. Fehlende Effektivität beim Torabschluss konnte man den Nulldreiern zuletzt ja eigentlich nicht vorwerfen. Dennoch fehlte in beiden Spielen nach der Weihnachtspause nach Ballgewinn die Konsequenz im Umschaltspiel, so dass mögliche Konter nicht zu Ende gespielt werden konnten. Kann man das gegen Münster verbessern, sollte ein Sieg realistisch sein. Allerdings wollen sich die Preußen sicher ihrem neuen Trainer für die Stammformation der nächsten Wochen und Monate empfehlen und brauchen selbst jeden Punkt gegen den Abstieg.
Allez les bleus
FuGo
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