06.07.2009 :: Das längste Ball-ist-bunt-Wochenende aller Zeiten!
            Ein Stadionfest-Wochenende fordert viel Kraft und Ausdauer - dies gilt für die Teilnehmer der Fußballturniere ebenso wie für die Organisatoren. Die neunte Auflage übertraf die vorangegangenen Jahre in dieser Beziehung einerseits wegen des umfangreichen Programms und andererseits wegen der drückenden Hitze, die sich erfreulicherweise nicht in einem ähnlich schweren Gewitter wie im schönen Frankfurt an der Oder entlud. Der Wettergott hat den bunten Ball wohl ebenso gern wie der Fußballgott unseren glorreichen SVB.
Am Freitagabend begann der bunte Ball mit einer Kanuregatta auf der Alten Fahrt an der Potsdamer Freundschaftsinsel. Der Rhote Rhombus hatte geladen und das Team Los Cubanos schlug in einem spannenden Finale den FC Munke (verstärkt durch Veto und später MS Ultra). Der wunderhübsche Pokal wurde in einer würdigen Zeremonie an die ausgelassen feiernden Cuba-Freunde übergeben. Gleich mehrfach nahm die MS Ultra ein Bad im flachen und lauwarmen Havel-Wasser. Insgesamt waren neben Los Cubanos und Munke auch noch die MS Ultra, die Havelpralinen, das Archiv und der Rhote Rhombus an den Start gegangen.
Anschließend präsentierte das Thalia Arthouse Kino in Babelsberg im Inselkino den Film „Aus der Tiefe des Raums“, dessen Geschichte so absurd klingt, dass sie hier gar nicht lang ausgebreitet werden soll. Nur soviel: Nach dem Sturz in ein in einer Badewanne befindliches Gemisch aus Haarwaschmitteln, Foto- und Haushaltschemikalien erwacht eine Tippkick-Figur des Hauptdarstellers - einem talentierten Tip-Kick-Spieler, der sich für die westdeutschen Tip-Kick-Meisterschaft qualifizieren will - zum Leben und entwickelt sich zu dem erfolgreichsten Standfußballer aller Zeiten, der heute vor allem durch seine zeitlos elegante Frisur und seine wunderbar arrogante Art beeindruckt. Ein großartiger Film!
Der Sonnabend startete morgens ab 8 Uhr mit dem üblichen Aufbau des Festgeländes. Die Marktbuden kamen zu spät, der Strom fiel trotz der Erfahrung von acht Stadionfesten aus. Irgendwie kann man das wohl nicht richtig machen. Doch mit der Unterstützung von Elektromeister Reiner Müller aus Babelsberg wurde das Problem gelöst. Vorerst. Pünktlich mit einer halben Stunde Verspätung begannen das Kinderturnier und die Partien der Fan- und Freizeitmannschaften. Insgesamt gingen im Hauptfeld 27 Teams ins Rennen um den begehrten Pokal. Leider nehmen die Stimmen zu, die sich hinsichtlich des an den Tag gelegten Ehrgeizes kritisch äußern. Angesichts der schmerzverzerrten Gesichter bei den Veteranen des LR Archiv offensichtlich berechtigt.
Während die Kicker also mit dem Staub des Hartplatzes Bekanntschaft schlossen, vergnügten sich die zahllosen Kiddies auf dem Festgelände unter der improvisierten Freiluftdusche, beim Büchsenwerfen, Postkarten gestalten. Oder sie ließen sich die Gesichter schminken. Am Nachmittag wurde der Kindercontainer bunt bemalt und das Kinozelt empfing die kurzen und nicht ganz so kurzen Besucher. Derweil versorgten sich Muttis und Vatis bei den zahlreichen Versorgungsständen. Ob Falafel, Kuskus, Curry-Reis, afrikanische Pfandkuchen oder die original thüringische Bratwurst, beim bunten Ball kommt wohl jeder auf den richtigen Geschmack. Höchstleistungen vollbrachten die Jungs und Mädchen vom FC Bier hol´n am Grill. Bereits vor sechs Uhr abends waren 600 Würste vergrillt.
Mit Spannung erwartet worden war das sportliche Abschneiden der Turnierfavoriten, von denen sich letztlich keiner behaupten konnte. Der frühere Seriensieger „Stehplatz ermäßigt“ quälte sich immerhin noch bis ins Halbfinale, aber die großspurigen Munker, die Rozpil Punx aus Torun oder auch die Olsenbande aus Köpenick strichen früher als erwartet die Segel. Im Endspiel standen sich zwei vermeintliche Außenseiter gegenüber: Die Westkurve aus Potsdam-West behielt schließlich bei ihrem zweiten Auftritt beim bunten Ball knapp die Oberhand über die Eckcrew. 1:0 endete die spannende Partie.
Zum abendlichen Konzert mit den Ciaoceskos, Hasenscheiße, EH Sukarra und Los Bomberos de Monte Cruz wurde der Platz vor die Bühne eng. Immer mehr Babelsberger und Freunde pilgerten ins Karli und verwandelten das Sportgelände in eine Konzert-Arena. Die Bands betonten hernach die tolle Location und die angenehme Atmosphäre beim bunten Ball. Mit einem furiosen optischen und akustischen Finale endete am späten Abend das neunte antirassistische Stadionfest „Der Ball ist bunt“.
Die Aftershow-Party in der Uhlandstraße war kaum vorbei, da standen die müden Helden der Organisation am Sonntagmorgen bereits um kurz nach neun wieder auf dem Platz, um aufzuräumen und das Festgelände wieder in seinen Ursprungszustand zu versetzen. Wir hoffen, alle Teilnehmer der Turniere und alle Gäste behalten den bunten Ball 2009 in guter Erinnerung!
Herzlicher Dank an: TLT, Linda, Herrn Sotschek, Trick, Hörfehler, U24, Bruhn und Böhm, Concordia Nowawes, Sightech, Thalia Arthouse, Stadteilkneipe Nowawes, Steevi+FC Bier holn, Fleischerei Borgmann, Carsten, Holle, Dirk, Lepetit, Stadtgrün Potsdam, Hauskrankenpflege Ewald, Elektromeister Reiner Müller, Udo, André G., Stefan, Inwole, Jörn+Kristin, Aki-Kinderkulturhaus, Martin+den Rhombus, Dirk Harder+Stadtjugendring, Henner, Slavo Lukac, Dewi, Bärchen, Lutz, Nico, Arndt, Janine, Jenny, Lotte, Regina, Jörn I., Blossi+Hubi, Roman, Robert W., Robert D., Anke, Mendoza, Dennis, Aki, Pawel, Aljoscha, André S., Steffen B., Zack und alle ungenannten Unterstützer!
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